Tagestipp | 03.12.2024 - Ritzarthrose - wenn der Daumen nicht mehr mitmacht
Kennen Sie das? Sie wollen eine Flasche aufdrehen oder den Schlüssel im Schloss und der Daumen schmerzt höllisch? Dann ist das Daumensattelgelenk abgenutzt, Arthrose. Unsere Kollegin Ursula Stamm von rbb GESUND war gestern bei einer OP dabei, bei der das Daumensattelgelenk durch ein künstliches ersetzt wurde und wir sprachen mit ihr über diese Erkrankung.
Hüfte und Knie-Ersatz, das kennt man ja. Aber das Daumensattelgelenk?
Das stimmt, dieses Gelenk zu ersetzen ist schwieriger, weil es so klein ist. Allerdings: eine Arthrose im Daumensattelgelenk – eine Rhizarthrose - ist häufiger als die in Knie und Hüfte. Umso besser also, dass man das jetzt auch durch ein künstliches Gelenk ersetzen kann. Das künstliche Gelenk besteht aus Metall und hat eine spezielle Beschichtung, die mit dem Knochen verwächst. Dafür sollte der Knochen aber noch stabil genug sein, weil die Prothese dort quasi „hineingedrückt“ wird. Dafür braucht man aber auch keinen Zement, wie etwa bei einer Hüft-OP. Der Vergleich passt auch deswegen, weil Hüftgelenk und Daumensattelgelenk im Aufbau sehr ähnlich sind.
Was ist der Vorteil, wenn ich das Daumensattelgelenk durch ein künstliches ersetze?
Die Beweglichkeit und die Kraft. Das künstliche Daumensattelgelenk ist – wenn alles gut läuft – so beweglich wie das ursprüngliche Gelenk und man kann auch so kräftig zugreifen, wie vorher. Es gibt noch eine andere OP-Methode. Bei der wird der abgenutzte Handwurzelknochen entfernt, wodurch Knochen nicht mehr auf Knochen reibt, und die Schmerzen weggehen. Dadurch verliert man aber Kraft in der Hand und die Knochen verlagern sich auch, Richtung Handgelenk.
Muss man denn immer gleich operieren, bei Daumensattelgelenks-Arthrose?
Nein, es gibt auch andere Behandlungsmöglichkeiten. Zum Beispiel eine Handgelenksschiene, aber auch entzündungshemmende Medikamente wie Diclofenac oder Kortison; letzteres kann auch direkt in das Gelenk gespritzt werden. Das gilt auch für Hyaluronsäure, eine Behandlung, die allerdings nicht von den Krankenkassen bezahlt wird. Das Problem: die Ursache der Schmerzen wird durch diese Therapien nicht beseitigt, so dass am Ende oft doch eine OP notwendig ist. Vor allem wenn man auch nachts Schmerzen hat und kaum noch zugreifen kann.
Beitrag: Ursula Stamm