Tagestipp | 06.11.2024 - Social Media und unser Gehirn
Den Kopf nach unten gerichtet mit Blick auf das Smartphone, das ist die typische Körperhaltung vieler Menschen im Alltag. Im Durchschnitt zweieinhalb Stunden am Tag hängen wir an dem Gerät, jüngere Menschen oft noch viel länger. Was macht diese intensive Smartphone-Nutzung mit unseren Gehirnen? Wir fragten nach bei rbb GESUND Autorin Ursula Stamm.
Was macht diese intensive Smartphone-Nutzung mit unseren Gehirnen?
Wer viel Zeit auf Social Media Plattformen und im Internet verbringt, nimmt sehr viele Reize auf. Das Gehirn passt sich an, wie ein Muskel, der ständig trainiert wird. Wir lernen, visuelle Reize extrem schnell zu verarbeiten, gleichzeitig kann die Fähigkeit leiden, Zusammenhänge zu erkennen und die Signale unserer Mitmenschen richtig zu interpretieren. Hinzu kommt: wer am Smartphone hängt, bewegt sich weniger. Im Gehirn führt das dazu, dass sich die Region, die für die Koordination von Bewegung zuständig ist, weniger gut entwickelt. Vor allem bei jungen Menschen, die viel im Internet unterwegs sind. Das heißt auch: wenn man sich dann bewegt, gelingt das weniger gut, macht keinen Spaß und man lässt es wieder.
Nun sorgen wir uns vor allem um Kinder und Jugendliche, zu Recht?
Ja und nein. Eine aktuelle forsa-Umfrage im Auftrag der KKH Kaufmännischen Krankenkasse hat ergeben, dass jeder fünfte Jugendliche Mobbing im Netz erfährt, was sehr belastend sein kann, weil man dieser Art von Mobbing kaum entkommen kann. Auch motorische Entwicklungsstörungen und Sprach- und Sprechstörungen nehmen zu, vor allem wenn schon junge Kinder Social Media nutzen.
Es gibt aber auch positive Seiten der Smartphone-Nutzung. Gerade wenn es um Ernährung und Bewegung geht, werden viele Jugendliche durch Influencer in den Sozialen Medien positiv beeinflusst. Die können mehr bewirken als jedes Elternteil.
Wer an einen neuen Ort oder in ein neues Land geht, kann sich durch soziale Medien viel leichter vernetzen und auch Kontakte knüpfen.
Quelle: Ursula Stamm - rbb GESUND