Tagestipp | 01.04.2025 - Wie gesund ist Spargel?
In diesen Tagen beginnt bei uns in der Region die Spargelsaison. Das „weiße Gold Brandenburgs“ ist langsam reif. Für viele Menschen sind die Spargelstangen eine wahre Delikatesse – und gesund sind sie obendrein. Ob das für alle gilt, fragten wir unsere rbb GESUND-Reporterin Anna Corves.
Was macht die Stangen denn auch so wertvoll für den Körper?
Es ist einfach ein grundgesundes Lebensmittel. Schon 1 Pfund Spargel deckt den Tagesbedarf an Vitamin C und zu 80 Prozent den an Vitamin E, das die Zellen schützt.
Außerdem stecken verschiedene B-Vitamine drin, wie Biotin oder Folsäure, die unseren Stoffwechsel unterstützen. Und: Mineralstoffe wie Magnesium, Calcium oder Kalium oder Eisen. Um jetzt nur mal ne Auswahl zu nennen.
Den typischen Spargelgeschmack und unnachahmlichen Duft von Spargel-Pipi haben wir schwefelhaltigen Stoffen zu verdanken, die auch in den Stangen stecken und entzündungshemmende Eigenschaften haben.
Also, du hörst: ein Power-Paket – bei dem man obendrein keine Angst vor Hüftgold haben braucht: Da Spargel fast vollständig aus Wasser besteht, hat er auch nur 18 Kilokalorien pro 100 Gramm.
Und trotzdem sollte jetzt nicht jeder seinen Teller mit Stangen überhäufen
Ja, Menschen mit Gichtneigung oder Nierenleiden sollten da etwas maßvoller zugreifen. Denn Spargel enthält viele „Purine“.
Die sind Bestandteil jeder Zelle, wichtig für den Bau neuer Zellen und stecken auch in anderen Nahrungsmitteln drin.
Das Problem: Purine werden zu Harnsäure verstoffwechselt. Gicht- und Nierenpatienten können Harnsäure oft nicht ausreichend über den Urin ausscheiden. Was zu einem zu hohen Harnsäurespiegel und der wiederum, worst case, zu einem Gichtanfall führen kann.
Allerdings muss man sagen, dass Ärzte meist weniger die Spargelportion selbst als Problem sehen, sondern eher das Gesamtgericht ist: wenn also auf dem Teller neben dem Spargel noch ein Schnitzel plus Schinkenstreifen liegen und noch ein Glas Wein dazu serviert wird… Diese ungesunde Mischung von Schweinefleisch, in dem noch mehr Purine stecken, und Alkohol setzt Gichtpatienten mehr zu als der pure Spargel. Also: Eher den Schinken weglassen als den Spargel. Nur halt nicht übertreiben.
Was ist denn eigentlich gesünder: Weißer oder grüner Spargel?
Also: Grüner Spargel wächst überirdisch, bekommt also Sonne ab und enthält daher auch mehr Vitamin C als der weiße „Bleichspargel“. Und er enthält auch mehr verdauungsfördernde Balaststoffe wie Inulin.
Noch einen Vorteil haben jene Grünspargelsorten, die leicht violette Köpfe haben und entsprechend verfärbte Schuppen an den Stangen. Die enthalten dann nämlich zusätzlich Anthocyane, das sind entzündungshemmende sekundäre Pflanzenstoffe.
Also: Ernährungsmedizinisch haben die grün-violetten Stangen die Nase leicht vorne – aber letztlich ist die Entscheidung ja vor allem auch: Geschmackssache.
Beitrag: Anna Corves